Bayreuth. Das Landgericht Bayreuth macht die Ergebnisse einer über fünf Jahre dauernden Forschungsarbeit öffentlich zugänglich: Es geht um die Rolle der Justiz Bayreuths im Nationalsozialismus.
Dafür wurden die nahezu vollständig erhaltenen Gerichtsakten aus der Zeit von 1942 bis 1945 ausgewertet und katalogisiert. Die Forschenden beleuchteten nicht nur Gesetzgebung und Rechtsprechung, sondern rekonstruierten auch Biografien beteiligter Richter und Staatsanwälte sowie das Schicksal der Beschuldigten und Verurteilten – darunter auch Fälle mit Todesurteilen.
Im Bayreuther Justizpalast hängt nun seit Ende November eine Gedenktafel, die an das Versagen der deutschen Justiz – im Nationalsozialismus und in der mangelnden Nachkriegsaufarbeitung – erinnert. Sie wurde von Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU) und Matthias Burghardt, Präsident des Landgerichts Bayreuth, enthüllt (s. Bild). Die Ergebnisse der Forschungsarbeit „Sondergericht und Volksgerichtshof in Bayreuth“ sind online frei zugänglich
