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21.11.2017

Die Aufkündigung der Solidarität im Gesundheitswesen – Jeder für sich und alle gegen einen?

09/14

03.04.2014

Im Forum Gerechtigkeit diskutierten die Teilnehmer des 21. Deutschen Richter- und Staatsanwaltstages über die Solidarität im Gesundheitswesen. Ist der Einzelne verpflichtet, zugunsten der Gemeinschaft präventive Gesundheitsmaßnahmen durchzuführen oder an ärztlichen Studien teilzunehmen? Führt dies zu einem Gesundheitsdiktat?

Es existiert bereits eine unglaubliche Menge an Vorschriften und Anreizen zum gesundheitsgerechten Verhalten. Gurtpflicht, Helmpflicht, Rauch- und Handynutzungsverbote bestimmen unseren Alltag, ohne dass wir sie als gesundheitsbezogene Maßnahmen wahrnehmen. Bonushefte der Krankenkassen sollen Anreize zur Teilnahme an Vorsorgemaßnahmen bieten.

Dr. Wolfgang Eberbach, Rechtsanwalt und Lehrbeauftragter an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, plädiert für mehr gesundheitliche Selbstbestimmung. „Prävention ist tendenziell totalitär“. Gesundheit ist ein hohes Gut, aber jeder sollte selbst seine Entscheidungen treffen dürfen, wie gesundheitsbewusst er lebt. Er lehnt es ab, dass der einzelne gehalten ist, aus Gründen der Solidarität seine persönlichen Gesundheitsrisiken diagnostizieren zu lassen und zur Kenntnis zu nehmen. Die Gesellschaft sollte im Gegenteil die Selbstbestimmung des Einzelnen respektieren. Jeder geht mündig mit seinen Daten um, und kann sich für ein Nichtwissen oder aber auch ein Nicht-Herausgeben entscheiden.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Elisabeth Sift, Pressesprecherin des DRB,
Telefon: 030/20 61 25-12, E-Mail:
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