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27.07.2017

Streitpunkt I: Das Leiden der Ärzte am Recht – Rechnen und Dokumentieren statt Helfen und Heilen?

07/14

03.04.2014

Heilen und Helfen mit Dokumentation lautet die Gegenthese auf dem 21. Richter- und Staatsanwaltstag in Weimar. Auf einem interdisziplinären Podium diskutierten Ärzte, Juristen und Ökonomen über inhaltliche Anforderungen und sinnvolles Ausmaß der Dokumentation im ärztlichen Bereich.

„Wie jeder andere Bereich hat sich auch die Medizin in einem Rechtsstaat der Außenkontrolle zu unterwerfen“, erklärt Prof. Dr. Christian Katzenmeier vom Institut für Medizinrecht der Universität Köln. Die Dokumentation dient dem Patienten und soll im Nachhinein die medizinische Intervention nachvollziehbar und verständlich machen. Nicht nur für Juristen im Haftungsprozess, sondern vor allem für den Patienten und den nachbehandelnden Arzt enthält die Dokumentation wichtige Informationen über den Behandlungsverlauf. Aus ärztlicher Sicht bleibt jedoch dann weniger Zeit für den Patienten, für die Therapie und für die Beratung.

Der Medizinökonom Prof. Dr. Jürgen Wasem stellt die These auf, dass das Leiden der Ärzte sich zu einem großen Teil nur formal auf das Recht bezieht, materiell jedoch oft auf die Ökonomie („Rechnen“). Die Erhöhung der Dokumentationspflichten ist aus Sicht der Podiumsteilnehmer zu einem großen Teil auf spezielle Abrechnungsverfahren mit den gesetzlichen Krankenkassen zurückzuführen. Hier dient die Dokumentation nicht dem Patienten, sondern allein der Abrechnung.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Elisabeth Sift, Pressesprecherin des DRB,
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