27. Juni 2002

DRB: Auch der Vorsitzende des Spenden-Untersuchungsausschusses muss mit Ermittlungsergebnissen leben!

Laut einer dpa-Meldung soll der Vorsitzende des Spenden-Untersuchungs-ausschusses, Volker Neumann MdB, die ermittelnde Kölner Staatsanwaltschaft scharf angegriffen und unter anderem erklärt haben, „es komme ihm sehr eigenartig vor, dass die Ermittlungsbehörde immer dann Erkenntnisse über die Kölner SPD-Affäre rauspustet, wenn es in der Öffentlichkeit der Union an den Kragen geht.“ 

Diese Äußerungen beruhen erkennbar auf Vermutungen und sind ein skandalöser, offenbar parteipolitisch motivierter Versuch, Druck auf die unabhängige Justiz und die Ermittler auszuüben. Neumann hat mit seinen Anwürfen die Grenze zwischen (zulässiger) sachlicher Kritik und blanker Polemik deutlich überschritten: Der Vorwurf parteipolitisch motivierter Pressearbeit ist ehrenrührig und abwegig. 

Der Vorsitzende des Deutschen Richterbundes (DRB) - Bund der Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte - , Geert Mackenroth: „Wenn Herr Neumann etwas weiß, soll er Ross und Reiter nennen. Ihm passen aber offenbar lediglich die Ermittlungsergebnisse nicht. Seine inhaltsleeren Attacken lassen den gebotenen Respekt der Staatsgewalten untereinander vermissen, sie nähren den Verdacht des Missbrauchs des Amtes des Ausschussvorsitzenden zu Wahlkampfzwecken, dienen jedenfalls nicht der Wahrheitsfindung. Verfahren vor Untersuchungsausschüssen sind dem parlamentarischen Alltag entzogen und ähnlich wie Strafverfahren ausgestaltet, Zurückhaltung und jedenfalls der Versuch von Neutralität sind daher jedenfalls und gerade in der Person des Vorsitzenden angesagt.“ 
 
 

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Uta Fölster, Geschäftsführerin des DRB, Tel.: 030/20 61 25-0, Fax: 030/20 61 25-25, 
E-Mail: foelster@drb.de

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