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8. Juni 2001 DRB: Strafprozess muss effektiver werden
Der Deutsche Richterbund (DRB) begrüßt die beginnende Diskussion um eine Reform des Strafprozesses und wird in die aktuelle Debatte praxisgerechte Vorschläge einbringen. "Unser Strafrecht darf nicht zum zahnlosen Papiertiger verkommen. Endlos lange Strafverfahren insbesondere bei den Strafkammern der Landgerichte und die Masse der Prozesse bei den Amtsgerichten belasten die Opfer unzumutbar und drohen derzeit die Strafjustiz lahmzulegen. Der dramatische Hilferuf der Hamburger Richterschaft vom 7.6.2001* ist symptomatisch für den Zustand der Strafjustiz in vielen Bundesländern. Der beste Opferschutz ist eine schnelle und angemessene staatliche Reaktion auf Straftaten. Der Opferschutz könnte zudem dadurch gestärkt werden, dass künftig jede strafgerichtliche Verurteilung auch die zivilrechtliche Verpflichtung des Täters enthält, den beim Opfer entstandenen materiellen Schaden wieder gutzumachen. Dies würde quälende Wiederholungen der Beweisaufnahmen vor dem Zivilgericht überflüssig machen", betonte der Vorsitzende des DRB, Geert Mackenroth. Der DRB fordert im Strafprozess
Der DRB steht Bestrebungen kritisch gegenüber, den Beschuldigten stärker in das Ermittlungsverfahren einzubinden. Forderungen nach einem "partizipatorischen Strafverfahren" sind bereits im Ansatz verfehlt. Eine effektive Strafverfolgung gebietet, prozessuale Zwangsmaßnahmen (etwa eine Durchsuchung) auch ohne eine vorausgehende Unterrichtung des Beschuldigten durchführen zu können. Der vollständige Wortlaut der Stellungnahme des DRB zum Eckpunktepapier des Bundesjustizministeriums zur Reform des Strafprozesses kann hier nachgelesen werden. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:Uta Fölster, Geschäftsführerin des DRB, Tel.: 030/20 61 25-0, Fax: 030/20 61 25-25, E-Mail: foelster@drb.de
Der Deutsche Richterbund ist der größte Berufsverband der Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte in Deutschland und deren Spitzenorganisation. 25 Landes- und Fachverbände mit rund 14.000 Mitgliedern (bei rund 25.000 Richtern und Staatsanwälten insgesamt) vereinigen sich unter seinem Dach. Der Deutsche Richterbund vertritt die Interessen seiner Mitglieder gegenüber Regierungen, Parlamenten und Öffentlichkeit.
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