7. März 2002
Justiz in Deutschland: Chronisch überlastet
Das international tätige Unternehmensberatungsinstitut Arthur Andersen Business Consulting GmbH hat festgestellt: In Deutschland fehlen derzeit mindestens rund 1.500 Richter, Richterinnen, Staatsanwälte und Staatsanwältinnen. Arthur Andersen prüfte im Auftrag der Länder-Justizministerkonferenz in einer bisher einmaligen Untersuchung mit dem Titel „Pebb§y“ die Arbeitsbelastung der Richter und Staatsanwälte in Deutschland. An dem repräsentativen Projekt nahmen 35 Gerichte und 11 Staatsanwaltschaften aus dem gesamten Bundesgebiet teil. 1.900 Richter und Staatsanwälte listeten ein halbes Jahr lang penibel jeden Arbeitsschritt in Zeiterhebungskarten auf. Circa 850.000 Erhebungskarten wurden ausgewertet. Es gibt keine Untersuchung, der eine vergleichbar umfassende Datenbasis zugrunde gelegen hat. In dem jetzt übergebenen umfangreichen Gutachten kommt das Beratungsinstitut zum Ergebnis: In Deutschland fehlen 1.510 Richter und Staatsanwälte. Um die Dimension dieser Zahl zu verdeutlichen: In Baden-Württemberg sind 1998 in der ordentlichen Gerichtsbarkeit (= Straf- und Zivilgerichte) insgesamt 1.535 Richterinnen und Richter tätig gewesen. Der Vorsitzende des Deutschen Richterbundes Geert Mackenroth:
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