5. November 2001 DRB: Verleihung des 6. Menschenrechtspreises Der Deutsche Richterbund (DRB) hat heute, am 5. November 2001 im Plenarsaal des Kammergerichts Berlinzum sechsten Mal seinen erstmals 1991 gestifteten Menschenrechtspreis verliehen. Diesjähriger Preisträger ist Staatsanwalt Celvin Galindo aus Guatemala. Zur Information über den Preisträger, die Situation in seinem Heimatland und den Ablauf der Festveranstaltung am 5. November 2001 sind in der Anlage beigefügt:
Der Richterbund möchte mit diesem Preis einen Beitrag zur Stärkung und Respektierung der allgemeinen Menschenrechte und Grundfreiheiten leisten. Die Auszeichnung wird jeweils einer/einem Richterin/Richter, Staatsanwältin/Staatsanwalt oder Rechtsanwältin/Rechtsanwalt zugesprochen, welche/welcher sich unter Einsatz von Leben, Gesundheit oder persönlicher Freiheit oder unter Inkaufnahme sonstiger schwerer persönlicher Nachteile um die Verwirklichung der Menschenrechte in ihrem/seinem Land verdient gemacht hat. Die internationale Aufmerksamkeit an der Verleihung des Menschenrechtspreises dient nicht zuletzt auch dem Schutz der Preisträger im eigenen Land. Die bisherigen Preisträger waren:
Der Vorsitzende des DRB, Geert W. Mackenroth, wies in seiner Ansprache u. a. darauf hin, dass Richter und Staatsanwälte eine besondere Mitverantwortung für die Bewahrung und Verwirklichung der Menschenrechte trügen.
Die Vorsitzende des BT-Ausschusses für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe, Christa Nickels, betonte in ihrer Festrede, dass das Recht eines Staates, seine inneren Angelegenheiten selbst zu regeln, nicht gegen die Menschenrechte ins Feld geführt werden dürfe. Ein Regime, das schwere und systematische Menschenrechts- Verletzungen begehe, könne sich heute nicht mehr hinter seiner Souveränität und dem Prinzip der Nichteinmischung verstecken.
Der Preisträger, Staatsanwalt Galindo, erklärte in seiner Dankesrede, er teile den Preis auf symbolische Weise mit all den Richtern und Staatsanwälten der Welt, die ihr Leben auf der Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit geopfert hätten. Er halte die Hoffnung aufrecht, dass es seinem Volk besser gehe, wenn die Straflosigkeit aus seinem Land verschwinde und „die Gerechtigkeit leuchtet wie die Sonne. Ohne Achtung vor dem menschlichen Leben, ohne Wahrheit und ohne Gerechtigkeit ist es unmöglich, einen wahrhaften Rechtsstaat zu errichten“. Alle Redetexte werden auf Anfrage gern im Volltext zur Verfügung gestellt.
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