22. September 2003

DRB: Haltlose Vorwürfe gegen die Justiz im "Fall Ackermann"


Der Deutsche Richterbund (DRB) weist Vorwürfe im Zusammenhang mit der vom Landgericht Düsseldorf zugelassenen Anklage im "Fall Ackermann" mit Entschiedenheit zurück.
Äußerungen wie "Schlag gegen den Wirtschaftsstandort Deutschland" und "wild gewordene Justiz" lassen den gehörigen Respekt vor der Unabhängigkeit der dritten Gewalt vermissen und nähren eher den fatalen Verdacht, besonders einflussreiche Personen sollten Sonderrechte in Anspruch nehmen können.

Der Vorsitzende des Deutschen Richterbundes, Wolfgang Arenhövel:

"Staatsanwälte sind nach dem Gesetz verpflichtet, bei dem Verdacht auf Straftaten Ermittlungen anzustellen. Das ist hier geschehen. Ein unabhängiges Gericht hat sodann die Anklage geprüft und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Voraussetzungen für eine Anklageerhebung vorliegen. Was dieses gesetzmäßige Vorgehen mit einem 'Schlag gegen den Wirtschaftsstandort Deutschland' und einer 'wild gewordenen Justiz' zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Es ist vielmehr das Essentielle eines Rechtsstaates, dass er Ermittlungen ohne Ansehen der Person anstellt."


Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Uta Fölster, Geschäftsführerin des DRB, Tel.: 030/20 61 25-0, Fax: 030/20 61 25-25, 
E-Mail: foelster@drb.de

Der Deutsche Richterbund ist der größte Berufsverband der Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte in Deutschland und deren Spitzenorganisation. 25 Landes- und Fachverbände mit rund 14.000 Mitgliedern (bei rund 25.000 Richtern und Staatsanwälten insgesamt) vereinigen sich unter seinem Dach. Der Deutsche Richterbund vertritt die Interessen seiner Mitglieder gegenüber Regierungen, Parlamenten und Öffentlichkeit. 

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