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1.05.2016

Kolumbien-Hilfsaktion

Das besondere Engagement des Deutschen Richterbundes gilt dem weltweiten Schutz und der Respektierung der Menschenrechte.
Mit der 1989 begründeten Kolumbienhilfe unterstützt der DRB - zunächst im rein humanitären Bereich - Familien von Justizangehörigen, die Opfer von Gewalttaten wurden. Anlass war der seit Beginn der 1980er Jahre vom Staat nicht wirksam bekämpfte Terror gegen Justizangehörige und ihre Familien, den bis in die jüngste Zeit hinein zahlreiche Richter, Staatsanwälte und andere Justizangehörige mit ihrem Leben und Verschleppung und vielfältigen Beeinträchtigungen bezahlt haben. Ihre Angehörigen und Hinterbliebenen stehen sehr oft mittellos da. Es fehlt an ausreichender staatlicher Unterstützung, die Perspektiven eröffnen könnte.

(Das Präsidiumsmitglied Reichling und der Kolumbienbeauftragte Ofteringer mit dankbaren Empfängern der DRB-Kolumbienhilfe)

Mit dem Hilfsfonds, in den erhebliche Geldspenden aus der deutschen Richterschaft fließen, leistet der Deutsche Richterbund in Zusammenarbeit mit seiner deutschen Partnerorganisation, dem Bischöflichen Hilfswerk Misereor e. V., über die kolumbianische Organisation FASOL humanitäre Hilfe und finanziert insbesondere

  • die Schul- und Weiterbildung von Waisen und Halbwaisen
  • berufliche Wiedereingliederung oder Umschulung von Witwen
  • Kleinkredite zur Existenzgründung
  • sozialpsychologische Maßnahmen sowie
  • Opferbetreuung und medizinische Behandlungen mittelloser Betroffener.

Auch derzeit sind immer wieder Opfer in der kolumbianischen Justiz zu beklagen. Nach aktuellen Berichten unserer kolumbianischen Partnerorganisation FASOL wurden allein in den Jahren 2009 und 2010 insgesamt zehn kolumbianische Richter, Staatsanwälte und Untersuchungsbeamte im Zusammenhang mit der Ausübung ihres Berufes getötet.

Der Kolumbien-Hilfsfonds des DRB speist sich im Wesentlichen aus Spenden unserer Mitglieder. Bis November 2010 sind mehr als 1,5 Mio. Euro zusammengekommen. Über die Verwendung der Spendenmittel wird regelmäßig in der Deutschen Richterzeitung berichtet.

Der DRB-Hilfsfonds stellt schließlich auch Mittel zur Verfügung, um mit dem Tode bedrohten Justizangehörigen eine - zumeist vorübergehende - Flucht innerhalb Kolumbiens oder auch ins Ausland zu ermöglichen. Im Jahre 2010 musste die inzwischen an den Obersten Gerichtshof Kolumbiens berufene Richterin María Stella Jara Gutiérrez aufgrund einer gegen einen hohen Militär erlassenen Haftstrafe im Zusammenhang mit der Stürmung des Justizpalastes in Bogotá im Jahre 1985 wegen der gegen sie gerichteten massiven Anfeindungen und Bedrohungen zum Schutz ihres Lebens zeitweise ihr Land verlassen. Durch entsprechende Vermittlung und Unterstützung von MISEROER und dem DRB fand sie Aufnahme in Deutschland. Bei der Rückkehr von Frau Jara Gutierrenz nach Kolumbien haben sich MISEREOR und der DRB erfolgreich für die Wiederaufnahme der Schutzmaßnahmen eingesetzt.

Das Präsidium des Deutschen Richterbundes hat im November 2009 beschlossen, neben der bestehenden humanitären Hilfeleistung auch Möglichkeiten der rechtlichen Zusammenarbeit mit Kolumbien zu suchen. Der Schwerpunkt einer rechtlichen Zusammenarbeit sollte in der Hilfeleistung bei der Stärkung von Gerichten und Staatsanwaltschaften in ihrer Eigenständigkeit und Unabhängigkeit liegen. Erste Kooperationsprojekte mit deutschen Entwicklungshilfeinstitutionen haben bereits begonnen.

(Von links: RLSG Dr. Steffen Roller, DAG Hanspeter Teetzmann, Generalstaatsanwalt Dr. Mario Germán Iguarán Arana, OStA Christoph Frank, VROLG Gerhart Reichling, Berater für Menschenrechte in Kolumbien Stefan Ofteringer (Misereor))

Unser Spendenkonto:
MISEREOR e. V.
IBAN: DE 93 3905 0000 0000 0020 14
SWIFT-BIC: AACSDE33
(Sparkasse Aachen)
Stichwort: „Spende/Hilfe für kolumbianische Richter/DRB"

Geldspenden für dieses ausschließlich für die DRB-Kolumbienhilfe reservierte Konto des Bischöflichen Hilfswerks MISEREOR e. V. sind selbstverständlich steuerlich absetzbar. Überweisungsformulare können jederzeit telefonisch bei der Bundesgeschäftsstelle des Deutschen Richterbundes (Tel. 030/206125-0) angefordert werden. Auf jeden Fall vermerken Sie bitte auf dem Überweisungsträger: "Spende/Hilfe für kolumbianische Richter/DRB". Bitte geben Sie unbedingt diesen Verwendungszweck an, da die Spende sonst nicht ordnungsgemäß verbucht werden und dem Fonds nicht zugeschrieben werden kann.

Zur steuermindernden Anerkennung durch die Finanzämter genügt bei Spenden bis zu 50,-- Euro die Vorlage des Einzahlungsbeleges. Bei höheren Spendenbeträgen stellt MISEREOR den Einzahlern umgehend entsprechende Spendenbescheinigungen aus.

Dokumente


Spenden-Einzugsermächtigung

Novemberausgabe 2013 der Fasolidarios mit einer Zusammenfassung der letzten Aktivitäten von FASOL

Positionspapier des Präsidiums des Deutschen Richterbundes zu einer Unterstützung der Justiz in Kolumbien

Das Richteramt in Kolumbien - eine wahrlich schwierige Aufgabe, Maria Stella Jara Gutiérrez, DRiZ 11/2010

Statistik über einen Anstieg der Tötungen und Bedrohungen von Richtern und Staatsanwälten in Kolumbien (Quelle: FASOL)

Grußwort des Vorsitzenden des DRB anlässlich des Festaktes "20 Jahre gemeinsame Kolumbienhilfe des Deutschen Richterbundes in Zusammenarbeit mit Misereor" am 17. Juni 2009 in Berlin



Links


FASOL

Unser Kooperationspartner MISEREOR

Amnesty International - Länderbericht

Länderinformation des Auswärtigen Amtes