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31.10.2014

Geert Mackenroth - Bundesvorsitzender von 2001 bis 2003

Geert Wilhelm Mackenroth wurde am 1. Februar 1950 in Kiel als Sohn des Soziologieprofessors Gerhard Mackenroth geboren. Nachdem er 1968 auf der Gelehrtenschule in Kiel das Abitur erworben hatte, studierte er Rechtswissenschaften an den Universitäten Kiel und Tübingen. 1975 wurde er zum Staatsanwalt in Bremen ernannt. 1979 wechselte er zur Generalstaatsanwaltschaft des Landes Bremen. 1979 schließlich wurde er zum Richter am Amtsgericht Bad Oldesloe ernannt. 1986 erfolgte die Ernennung zum Direktor des Amtsgerichts Mölln. 1987 wechselte Mackenroth erneut und arbeitete am Oberlandesgericht in Schleswig. Von 1990 bis 1999 war Mackenroth im Vorstand des Schleswig-Holsteinischen Richterverbandes. 1994 übernahm Mackenroth den Vorsitz des Landesverbandes Schleswig-Holstein und wurde Mitglied im Präsidium des Deutschen Richterbundes. Als Landesvorsitzender setzte er sich für die Anerkennung des Richterverbandes als Spitzenorganisation auf Landesebene ein und erreichte die Einführung der Altersteilzeit. Ab 1995 hatte er den Vorsitz des Hauptrichterrates beim Justizministerium des Landes Schleswig-Holstein inne und behielt dieses Amt bis zum Jahre 2000. Von 1996 bis 2002 war Mackenroth Mitglied des Richterwahlausschusses des Landtages Schleswig-Holsteins. Von der Bundesvertreterversammlung in Karlsruhe am 8. Oktober 1999 wurde er zum weiteren stellvertretenden Vorsitzenden des Deutschen Richterbundes gewählt. Im Januar 2000 wurde er zum Präsidenten des Landgerichtes Itzehoe ernannt. Am 30. März 2001 wurde Mackenroth auf der Bundesvertreterversammlung in Regensburg zum Vorsitzenden des Deutschen Richterbundes gewählt. Geert Mackenroth ist verheiratet und hat vier Kinder. Seine persönliche Einstellung zum Richteramt hat er im Zusammenhang mit der häufig beklagten Überlastung der Richter dargelegt. Er habe sich immer mitverantwortlich für lange Bearbeitungszeiten gefühlt und nach Austausch mit Kollegen gestrebt, um Arbeitstechniken für die schnellere, bessere und effektivere Bewältigung der Arbeit zu finden. Unter den betriebswirtschaftlichen Instrumenten, nach denen die Justiz nunmehr gemessen werde, sei es erforderlich, interne Standards und Regeln und die Definition von Qualitäten durch die Justiz festzulegen, da diese Aufgabe sonst von anderen Staatsgewalten übernommen werde. Dabei sei immer zu beachten, dass die Übernahme von Verwaltungsaufgaben als zusätzliche Tätigkeit eine Entlastung an anderer Stelle voraussetze, damit der Kernbereich der richterlichen Tätigkeit in richterlicher Unabhängigkeit weiterhin verantwortlich wahrgenommen werden könne. Dem Deutschen Richterbund obläge es, die Richter bei dieser Aufgabe zu unterstützen. In diesem Sinne wurde 2001 die Einrichtung einer Arbeitsgruppe "Der Arbeitsplatz der Richter und Staatsanwälte im Jahre 2007" beschlossen, die sich auch mit der zunehmenden Vernetzung und dem elektronischen Rechtsverkehr befassen sollte. Weitere Themen, die der DRB unter dem Vorsitz Mackenroths bearbeitete, waren die aufkommende Bioethikdiskussion mit den Problemen der Forschung an humanen embryonalen Stammzellen und dem therapeutischen Klonen. Nachdem Mackenroth im Juli 2003 zum Ehrenvorsitzenden des Deutschen Richterbundes gewählt worden war, trat er am 1. August 2003 sein Amt als Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium der Justiz in Dresden an. Von 2004 bis 2009 war er Staatsminister der Justiz des Landes Sachsen.