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18.4.2014

Albert von Kenne - Bundesvorsitzender von 1973 bis 1977

Am 19. März 1918 wurde Albert von Kenne als Sohn eines Pfarrers in Gebroth (Kreis Bad Kreuznach) geboren. Er besuchte das Gymnasium in Bad Kreuznach und studierte anschließend Rechtswissenschaften an den Universitäten von Heidelberg und Genf. Die erste Staatsprüfung legte er 1940 ab, obwohl er bereits 1939 zum Kriegswehrdienst eingezogen wurde. Nach Ende der Dienstzeit 1945 konnte er die Referendarzeit absolvieren und im April 1949 das Zweite Staatsexamen erfolgreich ablegen. Mit Beginn seiner richterlichen Tätigkeit wurde er Mitglied im Richterverein Rheinland-Pfalz. Bis zu seiner Ernennung zum Oberlandesgerichtsrat in Koblenz im Jahre 1961 war er als Amtsrichter und Landgerichtsrat in Rheinland-Pfalz tätig. Albert von Kenne war 10 Jahre lang Leiter einer Arbeitsgemeinschaft für Referendare und wirkte seit 1959 auch als Mitglied des Landesjustizprüfungsamtes. Lange Jahre war er Vorsitzender des Vereins der Richter und Staatsanwälte in Bad Kreuznach und des Landesverbandes Saar. 1968 wurde er zum Vorsitzenden des Landesverbandes Rheinland-Pfalz gewählt und als solcher auch Mitglied im Gesamtvorstand des Deutschen Richterbundes. Im Juli 1962 wurde er zum Landgerichtsdirektor in Bad Kreuznach ernannt. Im Mai 1968 übernahm er als Senatspräsident zunächst den Vorsitz in einem Strafsenat beim Oberlandesgericht Koblenz. Bei seiner Bestellung zum ständigen Vertreter des Oberlandesgerichtspräsidenten im Herbst 1969 war er als Vorsitzender eines Zivilsenates tätig. Am 3. Mai 1973 wählte die Vertreterversammlung in Bamberg Albert von Kenne zum Vorsitzenden des Deutschen Richterbundes. In der Zeit seines Vorsitzes wurde das Zweite Gesetz zur Vereinheitlichung und Neuregelung des Besoldungsrechtes in Bund und Ländern 1975 verabschiedet, welches die lange erwartete Neuordnung der Besoldung der Richter und Staatsanwälte festschrieb. Ebenfalls 1975 erfolgte der Wechsel der Bundesgeschäftsstelle aus den Souterrainräumen des Landgerichts Düsseldorf in ein neu erworbenes Haus in Bonn-Bad Godesberg mit einem fest angestellten Geschäftsführer und einer mit Bürokräften besetzten Geschäftsstelle. Diesen Ankauf setzte von Kenne gegen erhebliche Widerstände im Verband durch. So wurde noch auf der Bundesvorstandssitzung 1974 in Bonn von den Landesvereinen bekannt gegeben, dass eine Erhöhung des Jahresmitgliedsbeitrages um 24 DM ihren Mitgliedern nicht zugemutet werden könne, um die Finanzierung einer eigenen Immobilie mit Personal sicher zu stellen. Es gelang von Kenne, durch die Nähe zum politischen Geschehen den Deutschen Richterbund dort zu einem festen Begriff zu machen, wobei von Kenne durch sein persönliches Engagement und seine intensiven persönlichen Kontakte mit Politikern und Regierung sehr zur Festigung dieses Rufes beitrug. Daneben hielt er regen Kontakt zu anderen Verbänden wie dem Deutschen Anwaltverein, dem Deutschen Bundeswehr-Verband und dem Deutschen Beamtenbund. Von Kenne übernahm die Leitung des Landgerichts Mainz als Präsident. Im Herbst 1976 wurde er in Lausanne zum Vizepräsidenten der Internationalen Richtervereinigung gewählt. Ihm gelang es, die noch schwelenden internen Spannungen im Deutschen Richterbund so weit zu beseitigen, dass von einer Spaltung endgültig nicht mehr die Rede sein konnte. Thematisch beschäftigte sich der DRB während der Amtszeit von Kennes mit der Eherechtsreform, die 1975 vollendet wurde, sowie den Herausforderungen durch den Terrorismus. Die beabsichtigte Große Justizreform konnte erneut nicht umgesetzt werden. Nachdem Albert von Kenne nach zwei Amtsperioden um die Ablösung vom Amt des Vorsitzenden ersuchte, wurde er auf der Vertreterversammlung am 11. Mai 1977 in Gelsenkirchen zum Ehrenmitglied des Deutschen Richterbundes ernannt. Das außerdienstliche Interesse von Kennes galt der diakonischen Wohlfahrtsarbeit. Von Kenne, der verheiratet war und sechs Kinder hatte, verstarb am 29. Februar 2000 im Alter von 81 Jahren.