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23.8.2014

Dr. Anton Konrad - Bundesvorsitzender von 1951 bis 1955

Auf der Vertreterversammlung des Deutschen Richterbundes in Fischbachau am 28. September 1951 wurde der am 21. Oktober 1883 in Mallersdorf/Niederbayern als Sohn eines Landwirts und Gasthofbesitzers geborene Präsident des Bayerischen Obersten Landesgerichtes und Staatsekretär a. D. Dr. Konrad zum Vorsitzenden des Deutschen Richterbundes gewählt. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften legte er am 20. Oktober 1907 in München die erste juristische Staatsprüfung ab, im Dezember 1911 die zweite. Sodann nahm er seine Tätigkeit als Rechtsanwalt in München auf. 1914 wurde er zum Heeresdienst herangezogen und erreichte den Rang eines Oberleutnants. Im Jahre 1919 wurde Dr. Konrad zum Amtsanwalt in München ernannt. Ab 1. Dezember 1919 war er als Amtsrichter in München tätig, bis er am 1. April 1931 zum Landgerichtsrat am Landgericht München I ernannt wurde. Am 1. Dezember 1935 erhielt er die Ernennung zum Direktor des Landgerichts München I. Am 1. Dezember 1945 übernahm er das Amt eines Ministerialdirektors am Bayerischen Justizministerium und wurde schließlich am 15. Dezember 1949 ebenda Staatssekretär und damit Mitglied der Staatsregierung. Vom 1. Januar 1951 bis 31. März 1954 bekleidete er das Amt des Präsidenten des Bayerischen Obersten Landesgerichtes. Dann trat er in den Ruhestand. Während seines Wirkens als Vorsitzender des Deutschen Richterbundes war es seine Absicht, auf die Schaffung des Richtergesetzes weiter hinzuwirken. Seine Vorstellung bestand darin, dass wesentliche Aufgabe des Deutschen Richterbundes sei, die Harmonie zwischen dem demokratischen Staat, der sich auf seine Richter verlassen können müsse, und dem Richter, der sich auf seinen Staat verlassen können müsse, zu stärken. Hierzu wies er insbesondere auf die Notwendigkeit einer angemessenen Besoldung hin und zeigte auf, dass qualifizierte Assessoren aus Verdienstgründen den Eintritt in die Wirtschaft bevorzugten. Im Anschluss an eine Vorstandssitzung in Bonn fand am 10. Oktober 1952 eine Kundgebung des DRB statt. Etwa 1.000 Richter und Staatsanwälte aus der Bundesrepublik Deutschland kamen zusammen, um einen Notruf an Bundestag, Bundesrat und Öffentlichkeit zu richten. Es sollte deutlich gemacht werden, dass Bestand und Ansehen der Rechtspflege in Gefahr gerieten, wenn Niedergeschlagenheit und Gleichgültigkeit unter den Richtern und Staatsanwälten, deren Hoffnungen auf Hebung ihrer wirtschaftlichen und sozialen Lage nach dem Zusammenbruch enttäuscht worden waren, sich ausbreiteten. Unter dem Vorsitz Dr. Konrads konnte auf der Vertreterversammlung am 16. September 1953 in Hamburg der Beitritt der Vereine der Bundesrichter und Bundesanwälte beim Bundesgerichtshof, der Bundesrichter beim Bundesfinanzhof und des Vereins der Finanzrichter zum Deutschen Richterbund beschlossen werden. In die Zeit des Vorsitzes Dr. Konrads fiel die Gründung der Internationalen Richtervereinigung (Union Internationale des Magistrats - UIM) in Salzburg am 6. September 1953, deren korporatives Mitglied der Deutsche Richterbund wurde. Dr. Konrad wurde von der Internationalen Richtervereinigung zu deren Vizepräsidenten gewählt. Nachdem er wegen Erkrankung für eine Wiederwahl zum Vorsitzenden nicht mehr zur Verfügung stehen konnte, wurde Dr. Konrad durch die Vertreterversammlung am 15. Oktober 1955 zum Ehrenvorsitzenden des Deutschen Richterbundes gewählt. Dr. Konrad verstarb in München am 22. November 1955 kurz nach seinem 72. Geburtstag.