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18.4.2014

Menschenrechtspreis des DRB

1991 hat der Deutsche Richterbund einen Menschenrechtspreis gestiftet. Der DRB will damit einen Beitrag zur Stärkung und Respektierung der allgemeinen Menschenrechte und Grundfreiheiten leisten. Die Auszeichnung wird jeweils einem/r Richter/ Richterin, Staatsanwalt/Staatsanwältin oder Rechtsanwalt/Rechtsanwältin zugesprochen, welche/r sich unter Einsatz von Leben, Gesundheit oder persönlicher Freiheit oder unter Inkaufnahme sonstiger schwerer persönlicher Nachteile um die Verwirklichung der Menschenrechte in seinem/ihrem Land verdient gemacht hat.

Die internationale Aufmerksamkeit an der Verleihung des Menschenrechtspreises dient nicht zuletzt auch dem Schutz der Preisträger im eigenen Land.

Den Menschenrechtspreis des DRB erhielten:

  • 1991 der peruanische Rechtsanwalt Augusto Zuniñga Paz
  • 1993 der nigerianische Rechtsanwalt Olisa Agbakoba
  • 1995 der türkische Rechtsanwalt Hüsnü Öndül
  • 1997 der mexikanische Richter Abraham Antonio Polo Uscanga (posthum)
  • 1999 die weißrussische Rechtsanwältin Vera Stremkovskaya
  • 2001 der guatemaltekische Staatsanwalt Celvin Galindo
  • 2003 die Richterin Mariama Cissé aus Niger
  • 2005 der chinesische Rechtsanwalt Zheng Enchong
  • 2007 der iranische Rechtsanwalt Dr. Nasser Zarafshan
  • 2009 der syrische Rechtsanwalt Anwar al-Bunni
  • 2012 der kolumbianische Richter Iván Velásquez Gómez.

Preisträger 2012: Iván Velásquez Gómez (Kolumbien)

Der Deutsche Richterbund hat den kolumbianischen Richter Iván Velásquez Gómez am 23.11.2012 in Berlin mit dem Menschenrechtspreis des Verbandes ausgezeichnet.

Velásquez Gómez erhält die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen mutigen Einsatz für die Menschenrechte besonders während seiner Tätigkeit als Ermittlungsrichter am Obersten Gerichtshof der Republik Kolumbien. Er war maßgeblich verantwortlich für die juristische Aufarbeitung der kriminellen Verbindungen hoher Amtsträger und Politiker zu paramilitärischen Gruppen. Seine Untersuchungen führten zur Verurteilung von fast 50 früheren Mitgliedern des Kongresses.

Christoph Frank (r.) bei der Übergabe des Menschenrechtspreises an Iván Velásquez Gómez

Der Vorsitzende des Deutschen Richterbundes, Christoph Frank, begründete die Auswahl des Preisträgers mit dem Wirken von Ivan Velásquez Gómez als Ermittlungsrichter beim Obersten Gerichtshof Kolumbiens. Er sei in herausragender Weise den Ansprüchen an eine nur Recht und Gerechtigkeit verpflichtete Richterpersönlichkeit gerecht geworden.

Der Präsident des Bundesfinanzhofes, Professor Rudolf Mellinghoff, würdigte den Preisträger in seiner Laudatio als einen Menschen, dessen Stärke, Integrität und Durchsetzungskraft nur wenige besäßen und der höchste Anerkennung und Bewunderung verdiene.

"Dieser Preis kann nur als Anerkennung für die vielen herausragenden Persönlichkeiten in meinem Heimatland verstanden werden: Richter, Anwälte, Justizangestellte, die sich mit ihrem Leben für die Wahrung der Menschenrechte und für die Aufklärung von Unrecht eingesetzt haben", sagte Iván Velásquez Gómez in seiner Dankesrede. Er nehme den Preis „tief bewegt und mit großer Dankbarkeit“ entgegen.

Vor dem Festakt des Richterbundes war Velásquez von Bundespräsident Joachim Gauck sowie dem Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Markus Löning, empfangen und gewürdigt worden.

 

Prof. Rudolf Mellinghoff während seiner Laudatio
Iván Velásquez Gómez bei seiner Dankesrede
Christoph Frank und Iván Velásquez Gómez im Gespräch mit dem Bundespräsidenten Joachim Gauck
Christoph Frank, Iván Velásquez Gómez und Joachim Gauck (v.l.n.r.)

 

Der 57-jährige Velásquez sorgte in Kolumbien für eine engere Zusammenarbeit von Staat, Polizei und Justiz mit der Kirche, Nichtregierungsorganisationen und Menschenrechtsgruppen. Dies in einem Land, das eine der schlechtesten Menschenrechtsbilanzen weltweit aufweist. Besonders eindrücklich wird das Engagement von Iván Velásquez Gómez vor dem Hintergrund, dass ein hoher Anteil der Menschenrechtsverletzungen und Gewaltverbrechen in Kolumbien unaufgeklärt bleibt. Justizangehörige, die eine Aufklärung von Menschenrechtsverletzungen betrieben haben, sind nach einer Statistik der kolumbianischen Organisation FASOL in den vergangenen Jahren immer wieder Opfer von Übergriffen geworden.

Der Schutz der Menschenrechte in Kolumbien und das Schicksal der dortigen Justizangehörigen sind dem Deutschen Richterbund seit mehr als 20 Jahren wichtige Anliegen. In enger Zusammenarbeit mit dem katholischen Hilfswerk MISEREOR und dessen Partnerorganisation FASOL unterstützt die Kolumbienhilfe des Richterbundes seit 1989 Hilfsprojekte für bedrohte Kollegen und deren Familien.

Der Menschenrechtspreis wurde im Jahr 1991 durch den Deutschen Richterbund gestiftet. Seitdem wird die Auszeichnung alle drei Jahre jeweils einem Richter/einer Richterin, Staatsanwalt/Staatsanwältin oder Rechtsanwalt/Rechtsanwältin zugesprochen, der/die sich um die Verwirklichung der Menschenrechte verdient gemacht hat.

Preisträger 2009: Anwar al-Bunni (Syrien)

Am 17. Dezember 2009 hat der Deutsche Richterbund in Berlin zum zehnten Mal seinen Menschenrechtspreis verliehen.

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